Unsere Gemeinschaften der Oblatinnen haben sich für den Papstbesuch in Frankreich engagiert. Während alle für den reibungslosen Ablauf dieser Reise gebetet haben, hatten einige das Glück, an der einen oder anderen Veranstaltung teilzunehmen. In diesem Artikel berichten einige Schwestern von ihren Erfahrungen.
Papstbesuch… Eindrücke aus Paris…
„Fast ein ‚Überraschungsbesuch‘! Im Sommer gab es kaum Vorankündigungen. Doch ab Mitte August nahmen die Informationen zu: Die Programme wurden konkretisiert, die Anmeldemöglichkeiten für die großen Veranstaltungen – Notre-Dame, Nachtwache für die Jugend, Messe auf den Champs-Élysées“ tauchten im Internet auf, ebenso wie in der letzten Woche die Listen der gesperrten U-Bahn-Stationen, der Fußgängerzonen und der Umleitungen. Kaum Medienberichterstattung … und auch keine laute Unzufriedenheit angesichts der Einschränkungen, die für die Papstroute festgelegt wurden.
Am Freitagmorgen beginnen die Glocken in ganz Paris zu läuten, der Papst ist da… Ein herrlicher blauer Himmel, gut freigehaltene Straßen, eine zügige Fahrt zum Élysée-Palast. Dank der originalgetreuen Übertragung durch verschiedene Fernsehsender, darunter KTO, kann man die ersten Schritte des Papstes inmitten von Paris mitverfolgen.
Am frühen Nachmittag, ab 13 Uhr, strömen Ordensleute, Priester, Seminaristen, Diakone und ihre Ehefrauen nach Notre-Dame. Alles ist hervorragend organisiert. Reibungsloser Einlass der 8.000 Teilnehmer. Man ahnt die stille, aber effiziente Arbeit, die hinter den Vorbereitungen steckt. Jeder findet seinen Platz vor den schönen Großbildschirmen, und auf jedem Platz liegt das Gebetsheft „Prions en Eglise“ für die verschiedenen Zeremonien sowie – als Überraschung – die Gedenkmedaille „Papst Leo XIV.“ mit der Jahreszahl 25. September 2026 in der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Ein paar fröhliche und entspannte Wortwechsel zwischen den Sitznachbarn, dann Stille für eine andächtige Erwartung, die mit dem Gebet der None und dem Rosenkranz beginnt. Die Zeit vergeht wie im Flug…

Plötzlich, gegen 16:30 Uhr, ertönt am Himmel das Geräusch eines Hubschraubers; ein Raunen geht durch die Versammlung, die sich erhebt und das „Tu es Petrus“ anstimmt. Das Papamobil fährt vor und am Vorplatz entlang, Fahnen und Hände werden geschwenkt, die Stimmen bejubeln den Heiligen Vater: „Er ist uns nahe, er ist bei uns durch seinen Blick, der alle Blicke auf sich zieht“ – die Glocken von Notre-Dame läuten. Eine heitere Freude breitet sich aus und bereitet das Herz eines jeden darauf vor, den Papst geistlich zu begleiten, der das Innere von Notre-Dame betritt und die Vesper singen wird.
Als er den Mittelgang betritt, strecken sich auf beiden Seiten die Hände recht lebhaft aus, um seine zu ergreifen … Er erscheint wieder auf dem Vorplatz, wendet sich zu Maria und singt mit allen das „Salve Regina“ … und verabschiedet sich von uns. Die Atmosphäre der Gelassenheit, des Friedens und der Sanftheit breitet sich weiterhin über jeden und jede aus. Und bei der Rückkehr auf den Boulevard Saint-Germain und in die angrenzenden, geschäftigen und lebhaften Straßen erleben die noch ganz in Andacht versetzten Teilnehmer die Überraschung, fast verschwörerische Blicke und herzliche Bemerkungen zu erhaschen. Die große Allee strahlt eine frühlingshafte Atmosphäre aus. Dieses erste Gefühl wird sich für die Teilnehmer der Nachtwache, der 80.000 Jugendlichen, wiederholen und verstärken, die die Inbrunst wahrnehmen, die dieses Treffen durchdrungen hat, und sich am nächsten Tag auf den Champs-Élysées noch verstärken wird, wo die 900.000 Teilnehmer, die in ruhiger und familiärer Atmosphäre angekommen sind, diese Eucharistiefeier in tiefer Gemeinschaft erleben werden – mit neuer Hoffnung für die Zukunft, die vor wenigen Wochen noch unvorstellbar war. Auf dem Rückweg war es eine schöne Überraschung, die wohlwollenden Blicke einfacher Menschen wie der Portiers dieser großen Hotels an den Champs-Élysées zu sehen, und sogar von Menschen, die in diesen von Luxus geprägten Vierteln an ein ganz anderes Umfeld gewöhnt sind. Ein ungewohntes, fast friedliches Paris. Ein Hauch von Gnade, der für einige Stunden über unserer Hauptstadt schwebte, die im Mittelpunkt so vieler hitziger und manchmal beunruhigender Debatten steht.“ Sr. Brigitte-Marie (Gemeinschaft von Paris)
Die Vesper in Notre-Dame

„Als wir am Freitagmittag in der Nähe von Notre-Dame de Paris ankamen, schlossen wir uns den Ordensleuten und Priestern an, die bereits warteten! Was für eine große Freude, sich geschwisterlich mit all diesen Ordensleuten austauschen zu können, während wir auf den Heiligen Vater warteten. Wir spüren wirklich, dass wir über alle Differenzen hinweg ‚Kirche‘ sind! Wir standen in der zweiten Reihe auf dem Vorplatz – sozusagen an einem bevorzugten Platz. Nach den lebhaften Gebetszeiten, die unser Warten prägten, kündigte der Hubschrauber die Ankunft des Papstes an und die Freude stand allen ins Gesicht geschrieben. Endlich war er da, direkt vor uns! Er nahm sich die Zeit, alle zu begrüßen, die er erreichen konnte. Von der Vesper bleibt mir sein Aufruf in Erinnerung, die Liturgie als Zeugnis zu leben, sowie dieser Aufruf an die Ordensleute:
„Ihr, die ihr berufen seid, Christus nachzufolgen, ich danke euch für eure Antwort und eure Treue zum Herrn. Vernachlässigt niemals diese von Jesus gewollte Freundschaft, die im persönlichen Gebet gepflegt werden muss, dem wesentlichen Fundament jeder Berufung.“ Papst Leo
Wir fühlen uns ermutigt und wie neu gestärkt, unser Leben als Oblatinnen durch das Gebet treu zu leben. Nach dem „Salve Regina“ durften wir einige Augenblicke lang die Dornenkrone verehren. Das war für mich ein sehr bewegender Moment.“ Sr. Anne-Laetitia (Gemeinschaft des Mutterhauses)
Die Nachtwache im Stade de France

Als man sie bittet, von ihren Erfahrungen zu berichten, sagt Sr. Rachel-Thérèse, dass sie von anderen Jugendlichen berührt worden sei! Sie erzählt: „Ich glaube, es war vielleicht mein Sitznachbar im Bus auf der Hin- und Rückfahrt zur Nachtwache, der aus Romilly-sur-Seine (und davor aus Indien) stammte, der es am besten ausgedrückt hat: ‚Ich bin jetzt noch schöner‘.
Der berührendste Moment der Jugendvigil, während des apostolischen Besuchs von Papst Leo XIV. in Frankreich, war der allgemeine Segen des Papstes. Alle, die bei der Nachtwache anwesend waren, verbrachten die Nacht damit, ihre Energie und ihr Talent in den Dienst von etwas Schönem zu stellen, um ihre freudige Begeisterung für ihren Glauben sowie ihre Dankbarkeit und ihr Vertrauen gegenüber dem Nachfolger des heiligen Petrus, dem Felsen, auf dem unsere Kirche erbaut wurde, zum Ausdruck zu bringen. Und das beschränkte sich nicht nur auf diese Nacht: Am Nachmittag war fast die gesamte Busfahrt dem Lobgesang gewidmet, und in den frühen Morgenstunden, auf dem Rückweg, tauschten wir Zeugnisse und Videos aus, mit dem Wunsch, eine wertvolle Erinnerung zu bewahren, während wir gleichzeitig Nächstenliebe praktizierten, indem wir sorgfältig darauf achteten, dass jeder sicher nach Hause kam. Möge diese Nacht die katholische Jugend, „den Frühling der Kirche“, wie es einer der Betreuer ausdrückte, voll zur Entfaltung bringen. (Sr. Rachel-Thèrèse (Noviziat)
„Ihr seid die Heiligen Frankreichs!“ Papst Leo

„Warum diese Freude, unserem Papst zu begegnen?
Warum dieser Durst, seinen Worten zu lauschen?
Warum diese Begeisterung, wenn der Mann in Weiß und Rot erscheint?
Die Jugendlichen täuschen sich nicht … Und so machten wir uns auf den Weg, Sr. Odile-Bernard und ich, zusammen mit sechs Jugendlichen, einer ehemaligen Schülerin und ihrer Mutter. Wir schlossen uns Bruder Cyprien und den Jugendlichen anderer Gymnasien an, Richtung Stade de France und Place de la Concorde!
80.000 Jugendliche im Stade de France, die ihre Freude darüber, dort zu sein, durch Gesang zum Ausdruck bringen konnten und die singenden oder auch nicht singenden Zeugen willkommen hießen, die sie zum Gebet für den Papst und den Frieden anregten! 80.000 Jugendliche, die auch in der Lage waren, ihrem Hirten aufmerksam zuzuhören und sich von ihm zur Wahrheit einladen zu lassen, die sie frei macht, und dazu, die Heiligen Frankreichs zu werden. Diesen Aufruf zur Heiligkeit mit Inbrunst und Beifall aufzunehmen, das ist außergewöhnlich!
All diese Freude, diese wahre Freude, die zugleich Aufmerksamkeit für den anderen, Lächeln und Feingefühl bedeutet, bricht in dieser jubelnden Menge hervor, weil eine gemeinsame Freude am Glauben und an der Hoffnung verbindet und beflügelt – das ist großartig! Jeder fühlte sich berufen, ein wahrer Freund Christi zu sein, der fähig ist, den Anspruch der Liebe in konkrete Gesten seines Lebens umzusetzen! Wie viele unvergessliche Momente, die sich in unsere Herzen eingegraben haben, zu einem Teil von uns zu werden und uns dazu aufrufen, bessere Menschen zu werden!“ Sr. Joseph-Elisabeth (Gemeinschaft Cité Aviat)
Die Messe auf dem « Place de la Concorde »

„Zusammen mit drei anderen Schwestern meiner Gemeinschaft konnten wir in einem der fünf Busse der Diözese Troyes zur Messe nach Paris fahren. Für unsere Busse waren Parkplätze reserviert, ganz in der Nähe der Place de la Concorde, wo wir das Glück hatten, einen Platz zu finden. Alles war sehr gut organisiert! Während wir darauf warteten, die Sicherheitskontrollen zu passieren, hatte ich die Freude, auf ganz unerwartete Weise eine ehemalige Schülerin des Cours zu treffen.
Besonders beeindruckt hat mich die Stille während der Messe. Zuvor hatte die Menge noch geschrien und getobt.
Nach der Kommunion konnte ich, auch wenn ich Platz machen musste, damit andere die Kommunion empfangen konnten, einen schönen Moment der Andacht erleben. So viele Menschen waren angereist, um an dieser Messe teilzunehmen, manche sogar von weit her. Ichbehalte die Erinnerung an ein schönes, fröhliches und um seinen Hirten vereintes katholisches Frankreich. Und ich hoffe – und ich bete dafür –, dass dieses Zeugnis die Herzen derer berühren möge, die Christus noch nicht kennen.“ Sr. Jeanne-Delphine (Gemeinschaft „Cours Saint-François de Sales“)
„Als Getaufte haben wir das lebendige Wasser empfangen, von dem das Evangelium spricht, aber sind wir Christus wirklich persönlich begegnet? Der Mensch ist im Grunde ein Wesen der Sehnsucht, und nur Gott kann die innere Leere füllen.“ Papst Leo

„Die Messe auf den Champs-Élysées war für mich ein Moment der Gemeinschaft, nicht nur, weil es überall Christen zu begegnen, die glücklich und stolz darauf sind, Christen zu sein, unheimlich guttut, sondern auch wegen der Tiefe des Austauschs mit denen, die uns umgaben – Kindern und Erwachsene. Beim Triumphbogens – was für ein bewegendes Erlebnis, diese kilometerlangen Strecken „eine riesign Menschenmenge, die niemand zählen konnte“ zu sehen, die diesen Moment in Gemeinschaft und als Brüder und Schwestern erlebten.
Ein persönliches Glück: ein unwahrscheinliches Wiedersehen mit meinen Eltern, die aus der Normandie angereist waren, und die Freude, diesen einzigartigen Moment gemeinsam zu erleben! Sr. Anne-Laetitia (Gemeinschaft des Mutterhauses)
Lourdes: Eine Oblatin bei der „Hospitalité“
„Anfang September bot die ‚Hospitalité de Champagne‘ einen Platz für die Teilnahme am Besuch von Papst Leo XIV. in Lourdes an. Ich hatte die große Freude und Gnade, an dieser Wallfahrt teilnehmen zu dürfen, da ich noch nie in Lourdes gewesen war. Es war ein unvergessliches Erlebnis!
Unsere Gruppe von 40 Pilgern war bei allen vier Begegnungen mit unserem Papst Leo dabei, dank unserer Mitmenschen mit Behinderung stets einen guten Platz in den Bereichen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Medien berichteten über die großen Themen, die Papst Leo angesprochen hat

Ich möchte nur die Freude und Begeisterung der Menschenmenge bei der Ankunft des Papstes hervorheben, gefolgt von einer tiefen Andacht, um seine ermutigenden Worte für jeden von uns aufzunehmen.
Beim Empfang in der Kirche Notre-Dame bildeten das Zeugnis des sichtlich gerührten Arztes und das von Bernadette gesungene Gebet den perfekten Rahmen für die Ansprache des Papstes zugunsten der Achtung vor dem Leben, die wie ein Schrei des Herzens vorgetragen wurde und die Überzeugung so vieler Christen und Nichtchristen ausdrückte.

Und ein weiterer Moment, der etwas unter den Tisch gefallen ist: die Ermutigung von Papst Léon, den Angelus zu beten:
„… dieses einfache und wunderbare Gebet, das uns hilft, jeden Tag im Einklang mit dem Willen Gottes zu leben, nach dem Vorbild der Jungfrau Maria.“ Papst Léon
Am Ende dieser Reise kann ich nur ein großes DANKESCHÖN aussprechen für diese Momente der Gnade, die ich mit der „Hospitalité de Champagne“ erleben durfte – im Einklang mit der Kirche, in Freundschaft und Freude im Dienst an unseren schwächsten Brüdern und Schwestern.“ Sr. Thérèse-Béatrice (Gemeinschaft des Mutterhauses)


